Call for Papers

Dynamik der Form.

Literarische Modellierungen zwischen Formgebung und Formverlust

 

Nachwuchstagung des Graduiertenkollegs „Literarische Form. Geschichte und Kultur ästhetischer Modellbildung“, Münster

12.-14.10.2017

Literarische Formen werden immer wieder transformiert, subvertiert und zum Gegenstand von ironischem wie parodistischem Kommentar. Die Weiterentwicklung und der spielerische Umgang mit dem Begriff der Form haben ihn weit aufgefächert. Zugleich ist er auch „blinde[r] Fleck der Ästhetik“ (Adorno, Ästhetische Theorie, 1970) geblieben.

Wenn ihm auch kaum mit einer Definition beizukommen ist, rückt im Zuge jüngerer, etwa modelltheoretischer Ansätze das dynamische Potenzial der Form in den Vordergrund. Das Forschungsinteresse liegt dabei auf der Frage, inwieweit Formen als modellhafte Ab- und Vorbilder fungieren und sich als mobile Elemente, zum Beispiel im Gattungsdiskurs ausweisen.

Die Nachwuchstagung „Dynamik der Form“ möchte das Spannungsfeld zwischen Formgebung und Formverlust interphilologisch diskutieren.

Im Fokus steht das Problemfeld synchroner und diachroner Transformationsprozesse im Hinblick auf kultur-, diskurs,- und/oder gattungstheoretisch orientierte Fragestellungen. Zielsetzung ist es, Vorgänge von Formung, die sich zwischen Formgebung und Formverlust bewegen, zu erfassen. Erfragt sind unter anderem Beiträge, die sich unter dem Vorzeichen eines dynamisch verstandenen Formbegriffes mit Fragestellungen beispielsweise aus den folgenden Themenfeldern beschäftigen:

1) Geschichte und Politik der Form

Insbesondere aus literaturhistorischer Perspektive stellt sich die Frage nach Konstitutionsbedingungen, Funktionen und dem Modellcharakter von Form(en). Es gilt, die Beziehungen dieser Aspekte untereinander aufzuschlüsseln und in einem kulturellen wie historischen Kontext zu verorten.

2) Formästhetik

Form ist, speziell in Regelpoetiken, immer auch eine Komponente ästhetischer Programmatik. Zu ermitteln bleibt, wie etwa das Verhältnis formaler und inhaltlicher Aspekte zur ästhetischen Modellbildung (bspw. Gattung, Genre etc.) beiträgt oder Form in Bezug auf literarische Raum- und Zeitmodellierung wirkt.

3) Formexperimente

Der Blick auf trans- und intramediale Formexperimente fordert ein statisches Formverständnis heraus. Gerade so stellt sich die Aufgabe, die Grenzen des Formbegriffes neu zu skizzieren.

Willkommen sind auch Beiträge zur Dynamik der Form, die nicht in den Rahmen der aufgezeigten Themenfelder fallen.

Die Ausschreibung richtet sich explizit an Nachwuchswissenschaftler/innen. Die Konferenz findet vom 12. bis zum 14. Oktober 2017 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster statt.

Wir bitten um die elektronische Einsendung eines Abstracts von maximal 300 Wörtern für einen 20-minütigen Vortrag sowie eine kurze biographische Notiz (inkl. E-Mail-Adresse, Anschrift und Institution) mit Angabe von Forschungsschwerpunkten bis zum 30. April 2017 an Jutta Gerber (j_gerb04@uni-muenster.de) oder Thomas Kater (t_kate02@uni-muenster.de) Vorschläge für Beiträge können sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch eingereicht werden.

Die Kosten für Anreise und Unterkunft können einer begrenzten Anzahl an Teilnehmenden erstattet oder bezuschusst werden. Bitte teilen Sie uns mit, ob Ihre Institution für Sie die Reisekosten übernehmen kann.

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an Jutta Gerber und Thomas Kater.

Und noch einmal als PDF:

Auf Deutsch: Dynamik der Form

In English: Dynamics of Form